Die „Große Reise“ macht sichtbar, wie offen der Hochschwarzwald mit Veränderung umgeht 

Wie bereit sind die Menschen im Hochschwarzwald, ihre Orte weiterzudenken und aktiv mitzugestalten? Eine klare Antwort darauf gab die „Große Reise“, die vom 13. bis 17. April 2026 durch 20 Gemeinden der Region führte.  

Zukunftsprozess: die große Reise

In lokalen Zukunftsworkshops kamen engagierte Bürger:innen, Vertreter:innen aus Politik und Verwaltung sowie weitere Akteur:innen zusammen, um gemeinsam Stärken, Herausforderungen und konkrete Ideen für die Weiterentwicklung ihrer Orte zu formulieren. 

In jeder Gemeinde arbeiteten 15 bis 20 Teilnehmende intensiv miteinander. Begleitet von nonconform – Büro für Ortsentwicklung und Prozessbegleitung folgten die Workshops einem klaren Ablauf: Zu Beginn ging es darum, die besonderen Qualitäten des eigenen Ortes sichtbar zu machen – was macht ihn lebenswert, charakteristisch und liebenswert? Die Gruppen erkundeten bei einer konzentrierten Ortsbegehung zentrale Bereiche, Plätze oder Ortsteile. Der direkte Blick vor Ort schärfte das Bewusstsein für Potenziale ebenso wie für Handlungsbedarfe. 

Anschließend entwickelten die Teilnehmenden in Kleingruppen konkrete Verbesserungsvorschläge und erste Ansätze für Impulsprojekte. Diese reichten von Ideen zur Belebung der Ortsmitten über neue Nutzungen für leerstehende Gebäude bis hin zu Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität. Auffällig dabei: Viele Vorschläge kamen bewusst ohne große Investitionen aus. Stattdessen standen Aufmerksamkeit, Pflege, Umnutzung und kreativer Umgang mit Bestehendem im Vordergrund. 

Über alle Stationen der „Großen Reise“ hinweg zeigten sich wiederkehrende Themen. Immer wieder ging es um ein gutes Leben im Alltag, um Angebote mit echtem Mehrwert für Einheimische ebenso wie um eine authentische, stimmige Erlebnisqualität für Gäste. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es den Teilnehmenden ist, die individuellen Besonderheiten ihrer Gemeinden zu erhalten und gezielt weiterzuentwickeln, statt auf austauschbare Lösungen zu setzen. 

Die Stimmung während der Workshops war geprägt von Offenheit, Realismus und dem Willen zur Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden bewerteten die gemeinsame Arbeit als konstruktiv und praxisnah. So betonte etwa Dr. Gerrit Reeker, Bürgermeister von Titisee-Neustadt, nach dem Workshop im Neustädter Rathaus, dass keine „Luftschlösser“ entstanden, seien: Viele der diskutierten Ideen ließen sich zeitnah angehen. 

Die Ergebnisse der „Großen Reise“ werden nun ausgewertet und weiter vertieft. Im Juli folgt der nächste Austausch auf regionaler Ebene, bevor die gesammelten Impulse in eine gemeinsame Zukunftsstrategie einfließen. Schon jetzt hat die „Große Reise“ jedoch gezeigt, welches Potenzial in der Region steckt – und wie groß die Bereitschaft ist, den Wandel im Hochschwarzwald gemeinsam zu gestalten.